Rollsport in Hessen
Hessischer Rollsport und Inline Verband e.V

Geschichte des Hessischen Rollsport und Inline Verbandes

Nach Ende des zweiten Weltkrieges übernahm die amerikanische Militärverwaltung die Neuorganisation in Hessen. Die Grundlage im Sport bildete eine Anordnung vom 14. Juli 1945, nach der die Sportorganisationen sich neu bilden sollten. Sehr früh wurde somit die Bedeutung des Sports für das Gemeinwesen erkannt. In der Folge begann bei den Sportorganisationen eine Reihe von Zusammenschlüssen und Neugründungen.  

Bereits am 25. März 1946 fanden sich die Rollsportler zu der Gründungsversammlung zusammen. Unter der Führung von Werner Schreiner und Kurt Bayer (beide aus Frankfurt) wurde der Hessische Rollsportverband aus der Taufe gehoben. Bedenkt man, dass der Landessportbund Hessen erst am 1. Juni 1946 und das Land Hessen am 1. Dezember 1946 gegründet wurden, kann der Leitspruch „Hessen vorn“ auch in „Rollsport vorn“ umgewandelt werden.

Zu Beginn vertrat der HRV nur die Sportarten Rollkunstlauf und Rollhockey. Im Laufe der Jahre kamen dann weitere Sportarten dazu und heute vertritt der HRIV die Sportarten Rollkunstlauf, Rollhockey, Speedskating, Inlinehockey, Skaterhockey, Roller Derby, Inline Alpin und Skateboard.

Die Erfolge der hessischen Rollsportler und Rollsportlerinnen können sich über den gesamten Verlauf der letzten 70 Jahre sehen lassen. Aus unseren Reihen gingen viele Europa- und Weltmeister(innen) hervor und diese werden in unserer „Hall of Fame“ gewürdigt.

Rollkunstlauf und Speedskating werden gerne als Sprungbrett zum Eislaufen genutzt. Aus den Reihen des HRIV sind viele erfolgreiche Eis-Sportler hervorgegangen. Besonders zu erwähnen ist natürlich Marika Kilius, die schon 1958 Weltmeisterin im Rollkunstlauf wurde und anschließend mit ihrem Partner, Hans-Jürgen Bäumler, eine Weltkarriere im Eiskunstlaufen startete, die mit der Weltmeisterschaft und der Silbermedaille bei der Olympiade in Squaw Valley ihre Höhepunkte hatte. Heute sind es besonders die Speedskater , die eine olympische Karriere im Eissschnelllauf anstreben. Auch im Inline- und Skaterhockey sind einige Sportler im Winter auf dem Eis.

Seit dem Jahr 2017 ist der Rollsport auch ein olympischer Verband. Skateboard wird 2020 in Tokio als neue Sportart temporär aufgenommen.

Seit der Gründung hatte der HRIV 5 Präsidenten, teilweise mit sehr langen Amtszeiten. Präsidenten des HRIV:

  • Werner Schreiner    1946 – 1950
  • Kurt Beyer                 1950 – 1951 (Interimspräsident)
  • Willi Herberer           1951 – 1973
  • Günter Fuß               1973 – 1995
  • Franz Rudolf Tham 1995 – 2013
  • Alexander Enderes  2013 –

Der HRIV ist im DRIV sehr engagiert und stellte in der Vergangenheit mit Willi Herberer und Günter Fuß 2 Präsidenten.

Am 1. Oktober 1977 wurde das Landesleistungszentrums für Rollsport, in Darmstadt auch als Rollsporthalle bekannt, eingeweiht. Mit dem LLZ wurden beste Trainingsmöglichkeiten geschaffen und damit ein Sprungbrett zu tollen Sportkarrieren. Zu Beginn zog sich die Planung für eine Rollsporthalle allerdings hin. Bereits 1969 wurde der Gedanke geboren, ein Landesleistungszentrum für Rollsport in Hessen zu bauen. Das Problem war von Anfang an die Finanzierung. Eine derartige Halle allein zu finanzieren war nur ein Wunschdenken, realistisch aber nicht umsetzbar. Eine Zusammenarbeit mit anderen Sportverbänden war aus diversen Gründen nicht möglich. Das damalige Präsidium mit Günter Fuß an der Spitze führte viele Gespräche und dabei entstand das „Darmstädter Modell“. Die Bertold-Brecht-Schule brauchte dringend eine Sporthalle und der HRIV ein Landesleistungszentrum. Warum diese beide Projekte nicht zusammenlegen und eine Halle bauen, die von beiden genutzt werden kann. Der Gedanke war da, die Umsetzung folgte. Der HRIV Präsident, Günter Fuß, hatte sich beim Bau des Bundesleistungszentrums in Freiburg eine sehr große Erfahrung im Geld einsammeln angeeignet und somit konnte mit finanzieller Hilfe von der Stadt Darmstadt, dem Land Hessen und dem Bund die Halle gebaut werden.               

Die größte planerische Herausforderung war, die Halle auch für den Rollschnelllauf zu gestalten. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt wurden die überhöhten Kurven berechnet und errichtet. Damals liefen die Sportler noch mit konventionellen Rollschuhen. Mit den heute üblichen Inlineskates werden ganz andere Geschwindigkeiten erreicht und aus diesem Grund eignet sich das LLZ nicht mehr für nationale und internationale Meisterschaften im Speedskating. In dem Schulungszentrum bieten wir landes- und bundesweite Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen an.