Rollsport in Hessen
Hessischer Rollsport und Inline Verband e.V

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23.07.2020

Weltrekorde im Speedskating durch Hessen aufgestellt

Was tun Sportler*innen in Zeiten von Corona? Sie brechen Weltrekorde!!
Mareike Thum und Felix Rijhnen aus Darmstadt sind die derzeit besten Speedskater in Deutschland und gehören zur Weltspitze. Aufgrund fehlender Wettkampfmöglichkeiten hat sich Felix Rijhnen überlegt, was er allein machen kann und wie er dabei eine echte Herausforderung entwickeln kann. Hierzu bot sich der Weltrekord über 1 Stunde Speedskating an. Schnell konnte er seine Vereinskameradin Mareike Thum (beide starten für die ERSG Darmstadt) von seiner Idee überzeugen und die Planung konnte beginnen. Zwei Monate Vorbereitungszeit zahlten sich am Sonntag dem 5. Juli 2020 in Geisingen aus.
Mareike Thum stelle einen neuen Weltrekord mit 34,336 km auf und
Felix Rijhnen folgte ihr mit dem neuen Weltrekord von 39,932 km.
Der Hessische Rollsport und Inline Verband ist überaus stolz darauf, diese beiden Weltklassesportler in seinem Landesverband zu haben und gratuliert von ganzem Herzen zu diesen Leistungen.
Neben den Langstreckenläufern haben sich auch die Sprinter in Einzelrennen über 100 m und 200 m gemessen. Auch hier konnten hessische Sportler*innen überzeugen. Laethisa Schimek von Blau-Gelb Groß-Gerau stellte einen neuen deutschen Rekord auf und auch Simon Albrecht und Etienne Ramali (beide Groß-Gerau) überzeugten mit Bestleistungen.
Bis Mareike und Felix aber ihre Weltrekorde laufen konnten waren viele Vorbereitungen notwendig. Zu Beginn der Planung herrschten noch strikte Corona-Reglungen, die aber dann in Baden-Württemberg stückweise gelockert wurden und dadurch konnten am Wettkampftag sogar noch Zuschauer zugelassen werden. Eine weitere Hürde war die Anerkennung des Weltrekords durch die Dachorganisation „World Skate“. Die bisherigen Weltrekorde waren inoffiziell und standen nur im Guinessbuch der Rekorde. Überraschender Weise war World Skate sehr schnell von der Idee begeistert und erstellte in Rekordzeit ein komplettes Regelwerk. Damit war der Weg zur offiziellen Anerkennung breitet. Im Deutschen Rollsport und Inline Verband fanden sich sofort viele Freiwillige, die an dem Projekt mitarbeiteten und auch die enormen finanziellen Aufwendungen konnten Dank externer Sponsoren und Verbandsmitteln gestemmt werden.
Am Veranstaltungstag schien sich aber leider einiges gegen die beiden Sportler zu entwickeln. Zuerst einmal kam ein Dämpfer von dem Offiziellen von World Skate, der auf die neue Regelung bei der Messung von Bahnlängen hinweisen musste. Bisher wurde die Länge mit einem Abstand von 30 cm von der Innenkante gemessen und damit war die Bahn in Geisingen 200 m lang. Die neue Regel sieht eine Messung direkt an der Innenkante vor und damit war die Bahn 1,7 m kürzer. Beide Sportler*innen haben sich akribisch vorbereitet und damit auch genau ausgerechnet mit welchen Rundenzeiten sie laufen mussten und ihr Training genau darauf ausgestellt. Durch diese Regeländerung verfehlte Felix leider die von ihm angepeilte 40 km Marke. Trotz eines erkennbaren Frustes darüber sah Felix darin aber eine positive Seite und sagte“ dies wird ein Ansporn für die anderen Nationen sein, denn diese Rekorde sind ein großer Ansporn und die 40 km Marke muss geknackt werden“.
Auch die äußeren Bedingungen waren wettermäßig nicht optimal. Hatten beide mit Temperaturen von 25 Grad gerechnet meinte es die Sonne an diesem Tag mit Geisingen besonders gut. Dadurch wurde auch die Halle stärker aufgeheizt als erwartet. Die Skatehalle in Geisingen kann komplett geschlossen werden und gilt auch deshalb als die schnellste Speedskatingbahn der Welt. Für den Weltrekord war es unbedingt notwendig, dass es keine Luftbewegung in der Halle gab und deshalb waren alle Türen geschlossen. Negativer Nebeneffekt war, dass beide bei einer Hallentemperatur von 39 Grad ihre Runden drehen mussten.
Obwohl beide Sportler nach dem Rennen völlig fix und fertig waren überwiegte die Freude über den erzielten Weltrekord. Die letzten Runden liefen beide unter den Applaus der Zuschauer und Betreuer nach dem Motto „try to survive“. Nach dem Rennen standen die kleinen speedskatingbegeisterten Zuschauer Schlange für ein Autogramm der neuen Superstars im Speedskating.
Mareike Thum und Felix Rijhnen sind die Ausnahmesportler im Speedskating. Neben diesem Weltrekord sind beide Weltmeister und World-Games Gewinner. Wie schon geschrieben ist der HRIV extrem stolz, solche Talente in seinem Verband zu haben und deshalb wird der bekannte Spruch „Hessen vorn“ erneut mit Freude ausgesprochen.



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